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redaktionsbüroSEPIALES
Michael Gautier  -  Biologe und Freier Journalist

MUSEUM  JOURNALISMUS  WISSENSCHAFT


Veröffentlichungen von Text und/oder Bildmaterialien in:
  • HÖRZU
  • Bild der wissenschaft
  • Vernissage
  • TOMORROW
  • Übersee-Museum Bremen
    • Ausstellung ASIEN - Kontinent der Gegensätze
    • Ausstellung Tiere bekennen Farbe
    • Ausstellung Federn kitzeln die Sinne
  • Aktionskonferenz Nordsee e.V


Leseproben


Ausstellungskatalog
"Federn kitzeln die Sinne"
[Übersee-Museum Bremen]

Copyright Feder - Geniestreich der Natur

... bereits in Kindertagen kreuzt sie unsere Wege. Auf der Wiese im Wind zwischen Grashalmen wippend oder turbulent in einem Luftwirbel über die Straße kreiselnd - die Begegnung mit der Feder scheint unvermeidlich. Und sie übt auf uns diesen unwiderstehlichen sanften Zwang aus, sie aufzuheben - sie zu berühren. Dabei spielt es keine Rolle, welche Farbe, Form oder Größe sie hat - das Phänomen Feder fasziniert spontan, es zieht uns augenblicklich in seinen Bann ...

... fast lautlos gleiten hunderte kleiner Einheiten [Radioli] eines Häkchenstrahls in den lippenförmigen Wulst des gegenüberliegenden Bogenstrahls und spontan bildet sich ein Verhakungsfeld aus den zwei verschiedenen Bauelementen. Unbeirrbar wie fallende Dominosteine wiederholt sich dieser Vorgang hundertfach - absolut parallel und synchron und bildet eine hoch elastische Oberfläche aus. Mit geübtem Schnabelschwung fährt sich die Kornweihe durch die nächste Steuerfeder ihres Schwanzgefieders, um die Risse in den Federfahnen von der letzten Jagd zu flicken ...


Ausstellungskatalog
"ASIEN - Kontinent der Gegenssätze"
[Übersee-Museum Bremen]

Shrimpzucht - Mangrovensterben für den kulinarischen Kick

... Mangroven - fast jeder kennt den Begriff, doch wer weiß schon, dass sie als ökologisches Bindeglied zwischen Regenwäldern und Korallenriffen fungieren. Auch wissenschaftlich sind die schwer zugänglichen Küstenwälder im Rhythmus von Ebbe und Flut noch relativ wenig untersucht. Dennoch vermuten Wissenschaftler hier ein unermessliches Potenzial an Rohstoffen und Forschungsmöglichkeiten, ähnlich dem tropischer Regenwälder. ...

... die Geschichte der marinen Garnelenzucht ist nur unzulänglich dokumentiert, doch führt ihre Spur Tausende von Jahren zurück in den mediterranen Bereich und ins mittelalterliche Indonesien. Damals brachten Überflutungen neben Garnelen und Fischen ungewollt auch Beuteorganismen und konkurrierende Arten mit in die ersten primitiven Teichanlagen. Nach einer Wachstumsphase "erntete" man die verbliebenen Fische oder Garnelen. Wo die Kosten für das Land und die Arbeit gering sind und sich die Zuchtanlagen weitestgehend amortisiert haben, kann diese Methode vom "Fangen und Hältern" auch heute noch bei geringerem Risiko gewinnbringend sein ...




Ausstellungskatalog
Tierische Kommunikation "Tiere bekennen Farbe"
[Übersee-Museum Bremen]

Fashionlook im Riff - Fische kommunizieren plakativ

Auffallen um jeden Preis

Knallig bunt und schrill gemustert kommt sie daher: Die Fischwelt im Riff will um jeden Preis auffallen. Und die Auswahl an Kreationen schreiender Outfits erscheint schier unendlich und zeitlos modern. Aber nicht Modemacher geben hier die aktuellen Trendfarben vor, sondern der Lauf der Evolution bestimmt, was gerade en vogue ist.

Was so manchen Sporttaucher und Aquarianer in Verzückung geraten lässt, ist keine Laune der Natur, sondern das gegenwärtige Resultat eines andauernden Prozesses, der nur ein Ziel hat: Die existenzielle Sicherung der eigenen Art! Ein energieaufwendiges Unterfangen, das über Sinnesorgane in ständigem Austausch mit der Umwelt kontrolliert und koordiniert sein muss. Überlegt man sich, dass allein der Mensch etwa 70 Prozent der täglichen Erfahrungen per Auge wahrnimmt, wird schnell nachvollziehbar, welche gewichtige Rolle das Auge im Tierreich zu spielen vermag.


Ellenbogen zeigen hinter der bunten Fassade

Das Fortbestehen im täglichen Daseinskampf erfordert eine Vielzahl an Strategien, Spezialisierungen und Ideenreichtum. Bereits die jungen Schmetterlingsfische der Art Pomacanthus imperator verstehen es, sich von den Erwachsenen durch ein Jugendkleid zu unterscheiden – ein Phänomen, das der Biologe mit dem Begriff „innerartliche Tarnung“ beschreibt. Derart uniformiert werden sie von ihren nächsten Verwandten nicht als Rivalen oder Konkurrenten erkannt und nutzen das Privileg der Nutzung des selben Lebensraumes. Dieses erlischt allerdings, wenn aus den Halbwüchsigen erwachsene Fische geworden sind. Dann sind sie jedoch auch in der Lage, ihren Rivalen im Streit um Reviere Paroli zu bieten.

Aggression unter Konkurrenten findet sich im Riff ebenso wie in jedem anderen Lebensraum. Sie taucht dort auf, wo mehrere Artgenossen ein gemeinsames Interessenziel verfolgen. Dies sind in der Regel Nahrungsressourcen, Habitatsplätze oder auch Geschlechtspartner. Die Erscheinungsformen können aber so verschieden sein, dass kaum erkennbar wird, wenn zwei Rivalen sich in einer Auseinandersetzung befinden. In der Sprache der Farben gibt es offensichtlich mehrere visuelle Dialekte, um sich in einer scheinbar lautlosen Welt zu artikulieren. Bunte plakatartige Designs, wie sie zum Beispiel Schmetterlingsfische durchs Riff tragen, sind als Artsignale weithin sichtbar und erzielen dadurch Fernwirkung. Die Verständigung im näheren Umfeld verläuft filigraner. Bestimmte Musterungen und/oder Formen vom Sender können Botschaften an die Umwelt übermitteln, immer vorausgesetzt der/die Empfänger sind in der Lage, die Signale zu verstehen.


HÖRZU

Rubrik Reise

Leuchtturm-Urlaub - Mehr Blick geht nicht

... sonor hängt der Klang des Schiffshorns über der schlummernden Weser. Schwarzer Rauch steigt aus dem mächtigen Schornstein des Schleppers "Goliath" in den strahlend blauen Junimorgen, als wir vom Ponton in Bremerhaven ablegen. Leinen los und raus in die offene Nordsee. Zielposition: 53°51´18,1´´N / 08°04´ 54,7´´O, etwa in der Mitte zwischen Bremerhaven und Helgoland. Dort trotzt seit 1885 der Leuchtturm "Roter Sand" den Naturgewalten ...

... keine Frage: Wer das Wahrzeichen nur von Postkarten kennt, den beeindruckt, wie mächtig sich der Veteran vor uns in den Himmel reckt. Bei fast 53 Metern Gesamtlänge ragen bei Niedrigwasser fast 31 Meter über den Meeresspiegel hinaus - der Rest verankert den Turm im Grund ...